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Glioblastom

Das häufigste Gliom ist das Glioblastom. Es ist bösartig und kann bis heute nicht dauerhaft geheilt werden.

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WAS IST EIN GLIOBLASTOM?

Hirnsubstanz hat zwei wesentliche Bestandteile:
Die eigentlichen Nervenzellen, Neurone mit der Aufgabe der Informationsverarbeitung, und die Stütz- oder Klebesubstanz, genannt Glia. Neurone teilen sich im Erwachsenenalter praktisch nicht mehr, weshalb echte Nervenzelltumoren selten sind. Gliazellen können allerdings eine Vielzahl von Hirntumoren bilden, die man alle zusammen nach ihrer Ursprungszelle „Gliome“ nennt. Das häufigste Gliom ist das Glioblastom. Es ist bösartig und kann bis heute nicht dauerhaft geheilt werden. Alle verfügbaren Behandlungsformen – Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, elektrische Wechselfelder, Hitze und andere – versuchen den Tumor zu verkleinern und sein Wachstum aufzuhalten, ohne dem Patienten dabei zu schaden. 

Einteilung
Die Ursprungszellen der Gliome sind die Stützzellen des zentralen Nervensystems, d. h. die Gliazellen. Je nach vermuteter Ursprungszelle (Astrozyt oder Oligodendrozyt) unterscheidet man zwischen Astrozytomen und Oligodendrogliomen. Oftmals rechnet man auch die Ependymome zu den Gliomen, Ependymome entstehen aus den Zellen, die Hirnkammern auskleiden (Ependym). Es gibt sogenannte glioneuronale Tumoren, die von Zellen abstammen, aus denen noch sowohl Gliazellen als auch Nervenzellen (Neurone) werden können. Gliome werden aber nicht nur nach ihren mutmaßlichen Ursprungszellen, sondern auch nach Wachstumsgeschwindigkeit bzw. Bösartigkeit eingeteilt. Man unterscheidet hier die WHO-Grade I (gutartig) bis IV (sehr schnell wachsend, bösartig). Die Verwendung von WHO-Graden erlaubt auch, dass häufige Phänomen der Entartung (maligne Progression) zu beschreiben. Viele Astrozytome und Oligodendrogliome WHO Grad II und III können sich im Verlauf in bösartigere WHO Grad III bzw. Grad IV-Tumore (Glioblastome) umwandeln. Häufiger sind allerdings primäre (direkt entstandene) Glioblastome. Heute werden bei der Einteilung von Gliomen auch molekulare Veränderungen berücksichtigt. Besondere Bedeutung hat dabei der Nachweis von Mutationen (genetischen Veränderungen) des IDH1-Gens, der z.T. ganz einfach mit einer Immunfärbung an einem Gewebeschnitt gelingt. Für die Diagnose eines Oligodendroglioms muß die Neuropathologie den Verlust von Erbsubstanz der Chromosomen 1 und 19 nachweisen (LOH 1p/19q oder Kodeletion 1p/19q). Weitere für die Diagnose wichtige molekulare Veränderungen betreffen u.a. die Gene BRAF, TERT, ATRX und H3F3A. Die sogenannte Promotermethylierung des MGMT-Gens spielt bei der Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie beim Glioblastom eine Rolle. 

Zahlen

Astrozytome:
mit über 60% die häufigsten Gliome; zu dieser Krebsform zählt das Glioblastom, der am häufigsten diagnostizierte und bösartigste primäre Gehirntumortyp.

Oligodendrogliome:
10% aller Gliome

Ependymome:
5 bis 10% aller Gliome

Mischgliome (Oligoastrozytome):
5 bis 10% aller Gliome

Fakten

In Europa gibt es pro Jahr etwa 24.000 neu erkrankte Glioblastompatienten. Im Vergleich zu anderen Tumoren sind Gliome, damit auch das Glioblastom eher selten! 

Im Vergleich zu anderen Tumoren z.B. der weiblichen Brust (400.000/Jahr), der Prostata (375.000/Jahr) oder der Lunge (ca. 360.000/Jahr) sind Gliome, damit auch das Glioblastom eher selten (Daten für 2018, European Cancer Information System ECIS). Die Behandlung ist allerdings schwieriger, eine Heilung derzeit – anders als bei vielen anderen Tumoren – nicht zu erreichen. Risikofaktoren an einem Glioblastom zu erkranken sind außer radioaktiver (ionisierender) Strahlung nicht bekannt, Vererbung ist ungewöhnlich. 

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Tausend

In Europa erkranken pro Jahr. ca. 48.000 Menschen an einem Hirntumor.

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Davon erkranken pro Jahr in Europa ca. 24.000 an einem Gliom. 

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In Deutschland erkranken pro Jahr ca. 4000 Menschen an einem Gliom. 

Symptome

Nicht erklärbarer Kopfschmerz, Störungen der Sinne wie zum Beispiel das Sehen können beeinträchtigt sein. Ebenso die Störungen der Sprache zählen als ein Symptom für ein Gliom / Glioblastom. 

Ungewohnter, hartnäckiger und anders nicht erklärter Kopfschmerz kann durch den Druck einer wachsenden Tumormasse entstehen. Andere Symptome hängen von der Lage im Gehirn ab. Sitzt der Tumor nahe an Nervenbahnen zur Bewegungssteuerung, entwickeln sich Ungeschicklichkeit und Lähmungen. Andernfalls sind Störungen der Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken) oder der Sprache möglich. Immer wieder kommen Krampfanfälle als erste Symptome vor. Manchmal fällt ein Hirntumor erst auf, weil sich Wesenszüge der Betroffenen schleichend ändern: Sie werden vielleicht langsam, vergesslich oder unleidlich. Das ist oft selbst für Angehörige schwer zu erkennen, denn solche Veränderungen sind auch bei Gesunden unter Stress und Belastung nicht selten. 

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