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FAKTEN

WAS IST EIN GLIOBLASTOM?

Definition, Einteilung der Gliome
und die relevantesten Zahlen
sind hier zu finden. 

FAKTEN

Hier finden Sie die wichtigsten
Zahlen und Informationen zum 
Thema Glioblastom auf einen Blick.

Symptome

Belesen Sie sich hier zu allen auftretenden körperlichen Erscheinungen.

THERAPIE

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MENSCH & MEDIZIN
Paracelsus Klinikum Sachsen

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PRIMÄRTHERAPIE

Die sogenannte Primärtherapie erfolgt in den meisten Fällen bei der Erstdiagnose eines Glioblastoms. Hierbei wird in der Regel das sogenannte Stupp-Schema (u.a.) angewendet. Die Entscheidung, welche Therapie für die Behandlung des Glioblastoms bei Erstdiagnose am ehestens in Frage kommt, trifft die behandelnde Ärztin oder der Arzt in Abhängigkeit von der Tumorlokalisation, der Größe des Tumors, dessen Ausdehnung und dem Zustand des Patienten. 

Im Folgenden – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftlichkorrekte Wichtung – ein Überblick über weitere Therapieformen:

STUPP-SCHEMA

Das Stupp-Schema sieht vor, dass Patienten mit histologisch gesichertem Glioblastom einer Radio- und Chemotherapie zugeführt werden. Sie besteht aus einer fraktionierten Bestrahlung mit je 2 Gy an 5 Tagen der Woche über einen Zeitraum von 6 Wochen. Zusätzlich erhält der Patient über die Dauer der Radiotherapie täglich 75 mg Temozolomid pro Quadratmeter Körperoberfläche.

Nach der Radiotherapie erfolgen sechs Behandlungszyklen
á 28 Tage mit 150-200 mg Temozolomid pro Quadratmeter Körperoberfläche an jeweils 5 Behandlungstagen
(5/28-Zyklus).

TUMORTHERAPIE- FELDER (TTF)

Bei der Therapie mit den so genannten Tumortherapiefeldern (TTF) ist das Ziel, die Zellteilung in Hirntumoren durch
elektromagnetische Wellen zu verlangsamen.

Nach Operation und Abschluss einer Bestrahlung erhält der Patient eine Gerätschaft, die im Wesentlichen aus wechselbarem Akku und Wellengenerator besteht und in
einem kleinen Rucksack mitgeführt werden kann.
Auf die rasierte Kopfhaut werden (in der Regel vier) großflächige Elektrodenpflaster geklebt, die über Kabel mit dem Generator verbunden sind und ein elektromagnetisches Wechselfeld im Gehirn erzeugen.

Das Gerät sollte möglichst rund um die Uhr genutzt und nur zur Hautpflege abgenommen werden. Die wachstumshemmende Wirkung der Technik wurde in einer großen Studie geprüft und gilt als erwiesen.

CETEG / NOA-09 STUDIE

Diese abgeschlossene Phase III Studie hat die Wirksamkeit einer Kombinations- therapie aus CCNU (Lomustin) mit TMZ (Temozolomid) gegenüber der Standard- therapie mit Temozolomid alleine in der Primärtherapie bei Patienten mit neudiagnostiziertem MGMT-methyliertem Glioblastom untersucht.

Auswertung der CeTeG/NOA-09 Studie

Insgesamt wurden 141 Patienten in einen der folgenden Studienarme randomisiert und in die Studie eingeschlossen:

Experimenteller Arm

Bis zu 6 Zyklen Lomustin 100mg/m2 KOF an Tag 1 plus Temozolomid 100-200mg/m2 KOF an Tagen 2-6 im Rahmen eines 6-Wochen Zyklus in Kombination mit einer Radiotherapie (59-60Gy).

Kontrollarm

Temozolomid 75mg/m2 KOF pro Tag mit konkomitanter Radiotherapie (59-60Gy), gefolgt von 6 Zyklen Temozolomid 150-200mg/ m2 KOF pro Tag an 5 von 28 Tagen („Stupp-Schema“).

Im Vorfeld zu dieser Studie konnte im Rahmen einer Phase II Studie die Wirksamkeit der Kombinationstherapie aus Temozolomid und Lomustin nur für Patienten mit MGMT-methyliertem Glioblastom nachgewiesen werden.

Diese Studie ergibt Anhalte dafür, dass die Kombinationstherapie aus Temozolomid und Lomustin in dieser selektierten Patientengruppe mit einem Überlebensvorteil einhergeht und der Standardtherapie überlegen ist. Die geringe Anzahl an eingeschlossenen Patienten muss jedoch bei der Interpretation der Ergebnisse bedacht werden.

REZIDIVTHERAPIE

Kommt es zu einem erneuten Tumorwachstum, spricht man von einem Rezidiv. Zur Rezidivtherapie gibt es bis heute keine Behandlung nach Leitlinien.
 
Es gibt in der Rezidivtherapie verschiedene Behandlungsansätze; diese sind abhängig von: der Tumorlokalisation, der Größe des Tumors, dessen Ausdehnung und dem Zustand des Patienten. Weitere Optionen werden abhängig gemacht von der Verträglichkeit der bisherig erfolgten Therapien und natürlich dem Patientenwunsch.
 
In den letzten Jahren hat es eine Unmenge an Studien und neuen Therapieansätzen bei der Glioblastomtherapie gegeben. Das Wissen zu weiteren Therapien ist im Fluss, und mitunter wird auch nach Kräften gestritten, sodass die Orientierung hier nicht einfach ist.
 
Eine bekannte Anlaufstelle für Informationen über neue Entwicklungen in der Glioblastomtherapie, ist die Deutsche Hirntumorhilfe.
 
Im Folgenden – ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftlich korrekte Wichtung – ein Überblick weiterer Therapieformen:
 

BEHANDLUNG IM MODUS HYPERTHERMIE (KOMBINATIONSTHERAPIE)

Das Glioblastom wird mit dem NanoTherm ® Therapie System für eine Stunde kontrolliert auf eine Temperatur von mindestens 43 Grad Celsius gebracht.
Zur thermischen Abdeckung des gesamten Tumorareals werden in der Regel im Innern des Tumors höhere, auch thermoablative Temperaturen erzeugt, die mit Hilfe der Magnetfeldstärke kontaktlos von außen einstellbar sind.
Die Temperatur im Innern des Tumors wird dabei mittels eines sehr dünnen Glasfaser-Temperatursensors während der gesamten Behandlungszeit gemessen und aufgezeichnet.

Diese Behandlung wird 2x pro Woche, insgesamt 6x wiederholt. Die vorab eingebrachten Nanopartikel werden durch das Wechselmagnetfeld von außen in Schwingungen gebracht und der Tumor kontrolliert aufgeheizt. In Abhängigkeit von der physiologischen Situation reagieren Krebszellen empfindlicher auf Wärme als gesunde Körperzellen.

Über die Zulässigkeit von Implantaten und metallischen Gegenständen außerhalb der Behandlungsregion, mit 40 cm Mindestabstand zur vorderen oder hinteren oberen Gehäusekante des Therapiespaltes, entscheidet der behandelnde Arzt eigenverantwortlich. Vorhandene metallische Gegenstände und Implantate (z. B. Gelenke, Fixierschrauben, Zahnersatz) innerhalb der Behandlungsregion müssen entfernt oder ersetzt werden, da sich diese Materialien während der Behandlung im NanoActivator® aufheizen.

Patienten mit nicht entfernbaren medizinischen Implantaten wie Herzschrittmachern, Defibrillatoren, Neurostimulatoren, Schultergelenkersatz oder anderen nicht entfernbaren metallischen Implantaten sind von der Behandlung ausgeschlossen.

Bei der Behandlung mit dem NanoTherm ® Therapie System im Hyperthemie-Modus wird diese für andere Begleittherapien (z.B. Strahlen- oder Chemotherapie) sensibilisiert und deren Wirksamkeit erhöht.

Weitere Informationen zum
NanoTherm® Therapie System (NTTS) finden Sie hier:

REZIDIVTHERAPIE IM RAHMEN VON STUDIEN

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NanoTherm ® Therapie System (NTTS)

Die Behandlung mit dem NanoTherm® Therapie System ermöglicht eine Thermotherapie, die auf Nanomedizin basiert

BEHANDLUNG IM MODUS THERMOABLATION

Thermoablation ist ein Überbegriff für alle Verfahren, bei denen das Wirkprinzip auf der direkten Gewebezerstörung durch Hitze beruht. Bei diesem Verfahren wird durch die vorherige Einbringung der Nanopartikel im Bereich des Glioblastoms und deren Aktivierung durch das magnetische Wechselfeld Wärme erzeugt. Bei Temperaturen über 46 Grad, die über 1 Stunde einwirken, treten irreversible Zellschäden auf. Das Einbringen von NanoTherm® in das Glioblastom erfolgt durch den Neurochirurgen mittels eines operativen Eingriffs. Im Anschluss erfolgt eine einstündige Behandlung im NanoActivator®, um die Krebszellen durch die lokal auf den Tumor begrenzte Erwärmung zu zerstören. 

Behandlung im Modus Hyperthermie (Kombinationstherapie)

Das Glioblastom wird mit dem NanoTherm ® Therapie System für eine Stunde kontrolliert auf eine Temperatur von mindestens 43 Grad Celsius gebracht.

Zur thermischen Abdeckung des gesamten Tumorareals werden in der Regel im Innern des Tumors höhere, auch thermoablative Temperaturen erzeugt, die mit Hilfe der Magnetfeldstärke kontaktlos von außen einstellbar sind.

Die Temperatur im Innern des Tumors wird dabei mittels eines sehr dünnen Glasfaser-Temperatursensors während der gesamten Behandlungszeit gemessen und aufgezeichnet.

Diese Behandlung wird 2x pro Woche, insgesamt 6x wiederholt. Die vorab eingebrachten Nanopartikel werden durch das Wechselmagnetfeld von außen in Schwingungen gebracht und der Tumor kontrolliert aufgeheizt. In Abhängigkeit von der physiologischen Situation reagieren Krebszellen empfindlicher auf Wärme als gesunde Körperzellen.

Über die Zulässigkeit von Implantaten und metallischen Gegenständen außerhalb der Behandlungsregion, mit 40 cm Mindestabstand zur vorderen oder hinteren oberen Gehäusekante des Therapiespaltes, entscheidet der behandelnde Arzt eigenverantwortlich. Vorhandene metallische Gegenstände und Implantate (z. B. Gelenke, Fixierschrauben, Zahnersatz) innerhalb der Behandlungsregion müssen entfernt oder ersetzt werden, da sich diese Materialien während der Behandlung im NanoActivator ® aufheizen.

Patienten mit nicht entfernbaren medizinischen Implantaten wie Herzschrittmachern, Defibrillatoren, Neurostimulatoren, Schultergelenkersatz oder anderen nicht entfernbaren metallischen Implantaten sind von der Behandlung ausgeschlossen.

Bei der Behandlung mit dem NanoTherm ® Therapie System im Hyperthemie-Modus wird diese für andere Begleittherapien (z.B. Strahlen- oder Chemotherapie) sensibilisiert und deren Wirksamkeit erhöht.

Tumortherapie-
felder (TTF)

Bei der Therapie mit den so genannten Tumortherapiefeldern (TTF) ist das Ziel, die Zellteilung in Hirntumoren durch
elektromagnetische Wellen zu verlangsamen.

Nach Operation und Abschluss einer Bestrahlung erhält der Patient eine Gerätschaft, die im Wesentlichen aus wechselbarem Akku und Wellengenerator besteht und in
einem kleinen Rucksack mitgeführt werden kann.
Auf die rasierte Kopfhaut werden (in der Regel vier) großflächige Elektrodenpflaster geklebt, die über Kabel mit dem Generator verbunden sind und ein elektromagnetisches Wechselfeld im Gehirn erzeugen.

Das Gerät sollte möglichst rund um die Uhr genutzt und nur zur Hautpflege abgenommen werden. Die wachstumshemmende Wirkung der Technik wurde in einer großen Studie geprüft und gilt als erwiesen.

BCNU-Wafer

BCNU-Wafer ist ein schon lange bekanntes Chemotherapeutikum, das bei der Behandlung anderer Tumoren als Kapsel eingenommen wird. Um im Hirntumor unter Umgehung der sogenannten Blut- Hirn-Schranke höhere Wirkstomonzentrationen zu erreichen, werden während der Operation Tabletten („Wafer“) mit dem Wirkstoff in die Tumorhöhle gebracht. Etwas ältere Studien sahen  eine Wirksamkeit, allerdings gibt das Nebenwirkungsprofil Anlass zu Diskussionen.

Immuntherapie

Beim Glioblastom werden Faktoren ausgeschüttet, die das Immunsystem hemmen. Im Rahmen der Immuntherapie wird versucht das Immunsystem des Körpers wieder zu aktivieren, z.B. durch Antikörper, die dieses Hemmsystem deaktivieren. Beispiele sind hier die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren (Antikörper gegen den programmierten Zelltod-Rezeptor oder seine Liganden, PD1 und PDL1, sowie Antikörper gegen
CTLA-4). Hier seien u.a. Nivolumab und Pembrolizumab genannt.

Eine weitere Form der Immuntherapie ist die Verwendung von Impfstoffen, die sich gegen bestimmte und spezifische Merkmale des Tumors richten. Ebenso können dem Patienten körpereigene Immunzellen (i.d.R. dendritische Zellen) nach vorheriger Entnahme und Modifizierung im Labor mit dem Ziel, dass sich die Zellen gegen den Tumor richten, injiziert werden.

Es gibt ferner die Möglichkeit, körpereigene Zellen (z.B. T-Zellen) zu isolieren und sie im Labor außerhalb des Körpers so genetisch zu modifizieren (z.B. an einen chimären T-Zellrezeptor zu koppeln), dass sie sich gegen bestimmte Oberflächenmerkmale des Tumors richten. Im Anschluss werden dem Patienten die Zellen zurückinfundiert, und man erhofft sich eine tumorspezifische langanhaltende Immunantwort (sog. CAR T-Zellen Therapie).

Eine weitere Therapieform sind onkolytische Viren.
Viren können genetisch so modifiziert werden, dass sie sich spezifisch in Tumorzellen vermehren und diese abtöten. 

Neben dem direkten Abtöten von Tumorzellen durch das Virus hat man zeigen können, dass Tumorzellen auch indirekt durch Aktivierung des Immunsystems eliminiert werden. Daher werden onkolytische Viren häufig in der Kategorie der Immuntherapie genannt. 

Photo-
dynamische Therapie (PDT)

Dabei handelt es sich um ein physikalisches Verfahren, bei dem ein lichtempfindlicher Farbstoff in den Tumorzellen angereichert wird. Nach Einstrahlung von Licht einer bestimmten Wellenlänge werden die Tumorzellen zerstört. Ein Vorteil der PDT ist, dass diese Methode nicht mit anderen Verfahren interagiert, d.h., es kann zusätzlich eine Strahlen- und oder Chemotherapie durchgeführt werden.

Targeted Therapy (gezielte Tumortherapie)

Diese Form von Krebstherapie umfasst neuartige Medikamente, die sich direkt gegen bestimmte biologische, genetische und zytologische Eigenschaften von Tumoren richten. Hierzu gehören beispielsweise gegen bestimmte Rezeptoren gerichtete Antikörper. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist Bevacizumab (Antikörper gegen VEGF). Zudem gibt es Medikamente, die bestimmte Stoffwechselabfolgen im Tumor stören und damit den Tumor gezielt angreifen (z.B. Proteasom-Inhibitoren). 

 

GENTHERAPIE

Gentherapie allgemein bezeichnet das Einfügen von Erbinformationen (DNA, RNA) in Körperzellen, um bestimmte Krankheiten zu behandeln. Im Bereich der Tumortherapie werden Viren oder Stammzellen (neurale oder mesenchymale) als Genfähren verwendet, um Gene in die Tumorzellen oder das Tumorumfeld einzuschleusen. Zur Anwendung kommen Suizidgene, deren Proteinprodukte als Enzyme fungieren und sogenannte „prodrugs“ in toxische Moleküle umwandeln und somit die Tumorzellen abtöten (Suizidgentherapie). Alternativ oder als Kombination mit der Suizidgentherapie können Gene eingeschleust werden, die eine Immunantwort gegen den Tumor aktivieren (Cytokine/Chemokine).